Aquarellpinsel

In einem alten Marmeladenglas steht mein Bedarf an Aquarellpinseln, eine kleine Sammlung einer Handvoll Pinsel in den Größen zwei bis sechzehn. Nicht einmal die guten Marderhaarpinsel, sondern nur billige Synthetik. Meine Ambitionen in Aquarell waren bisher nie besonders groß, zu viele Unwägbarkeiten und Zufälle beeinflussen das Ergebnis. Doch je länger ich das Leben beobachte, frage ich mich, ob das Aquarellieren nicht das adäquateste Mittel wäre, es wiederzugeben. Ungewollt ineinander verlaufende Farben, die sich zu unansehnlichen Tönen vermischen, harte Kanten, die man nicht mehr übermalen kann und was sich nicht noch alles an Unglücksfällen ereignet. Dazwischen diese leicht hingehauchten Stellen, zufällige Schöpfungen glücklicher Augenblicke, die in ihrer zarten Anmut und Färbung eine Ahnung des Mysteriums erlauben.

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