Ein Relikt aus der Grundschulzeit meiner Tochter, in Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Violett fristet die Knetmasse ein trauriges Dasein in den Tiefen des Schranks. Obwohl sie hauptsächlich aus Stärke, Wasser und Öl besteht, haftet ihr ein eigentümlicher Geruch an, metallisch, chemisch, ölig. Nimmt man sie in die Hand, ist sie – lange nicht benutzt – zunächst noch hart und wehrt sich der Gestaltung, doch mit ein wenig Geduld und Wärme wird sie geschmeidig und lässt sich willig formen. Alte Kindheitserinnerungen steigen hoch, frühe Fernsehfreuden in Stopp-Motion. Luzie, der Schrecken der Straße. Zwei Knetmännchen, die für allerhand Aufregung sorgen. Damals noch von Kinderaugen bestaunt, kann heute jeder selbst zum Filmproduzenten werden und seiner Fantasie in bunten Bildern Ausdruck verleihen. Ob ich einmal kneten soll…?