Aus dem Regal blicken geduldig und stumm Ochs und Esel auf mich herab. Einst aus rotem Ton für eine Krippe gefertigt, getrocknet, nicht gebrannt, stehen sie hier ihrer Aufgaben entledigt. Erste gestalterische Versuche, die es nicht in das Krippenensemble geschafft haben. Ein wenig unförmig liegt die muskulöse Körpermasse des Ochsen neben den zarten Beinen des Esels, die sich uneindeutig aus dem tönernen Urgrund abheben. Beide spitzen sie die Ohren als warteten sie darauf, dass jeden Moment der Ruf ertönen könnte, der ihnen doch noch den Platz im Stall zuwiese. Jahr um Jahr, Tag für Tag stehen sie hier und erinnern mich daran, trotz meiner Unzulänglichkeiten die Hoffnung nicht zu verlieren.