Walnussbaum

Mein Blick aus dem Fenster fällt auf den großen stattlichen Walnussbaum im Nachbarsgarten. Tag um Tag, Jahr für Jahr ziehen meine Gedanken an ihm vorbei in den Himmel, während er stumm und unbeteiligt seine Wurzeln tiefer in die Erde gräbt. Von den ersten zartgrünen Spitzen im Frühjahr über das volle schattenspendende Blattwerk im Sommer bis zu den gelb-braunen Farbspielen im Herbst gibt er meinen Augen reichlich Nahrung zum Träumen. Doch im Winter, wenn sich die Eichhörnchen die letzten Nüsse geholt haben, erinnern mich seine Zweige an stumme Hilfeschreie, Hände eines Ertrinkenden, der im Grau des Himmels nach dem Morgen greift.

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