Gestern war es schneidend kalt, mit harter Hand hatte der Winter Eisblumen an unsere Dachfenster gezeichnet, die den ganzen Tag nicht verblühen wollten. Die grausame Fratze des jugendlich stürmischen Winters hat angeklopft. Doch diese Nacht ist er abgelöst worden. Sein alter Onkel ist in die Stadt gekommen und hat uns einen wärmenden Mantel über die verfrorenen Glieder gelegt. Alles wirkt friedlicher, weicher, wie in Watte gepackt, auch wenn die Temperaturen kaum gestiegen sind. Wie der alte Großvater, der in der Ecke am Kachelofen sitzt, so kommt er mir vor, der Herr Winter. Und weil ich mich erinnere, wie er immer dazu aufgelegt war, uns Kinder mit Kartenspiel und Geschichten zu unterhalten, hoffe ich auf einen langen Winter.