Im Stadtpark

Forschen Schrittes marschiert das Teichhuhn über die Wiese. Den Blick fest auf mögliche Nahrung gerichtet, achtet es nicht der Menschen im Park. Wissen Stadttiere von ihrem privilegierten Dasein? Kein Fressfeind, den sie zu fürchten hätten, sowie Futterquellen in zahlreicher Form, von mitfühlenden Menschen bereitwillig geteilt. Und dennoch, mir scheint diese Daseinsweise unpassend, unnatürlich. Ein Leben im goldenen Käfig, statt in Freiheit um seine Nahrung zu streiten. Andererseits, was gibt mir das Recht, über das Leben des Huhnes zu urteilen? Vielleicht sollte ich seine Schlauheit bewundern, statt Dichotomien zu konstruieren.

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