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Die schönsten Entdeckungen macht man, wenn man nicht mit ihnen rechnet. Verbissenheit im Tun schränkt nicht nur den Blickwinkel ein, sondern lähmt auch die Kreativität. Das ist wie mit verlegten Schlüsseln – je angestrengter man danach sucht, um so mehr entziehen sie sich einem. Erst wenn man sich von der Last des Finden-Müssens befreit, gelangt man zur Freiheit des Finden-Dürfens.

Diese Freiheit ist es, die uns dazu befähigt, Schönheit im Alltäglichen zu entdecken oder Kunst aus dem scheinbaren Nichts entstehen zu lassen. Man muss bereit sein, den Geist, der einem in der Inspiration eingehaucht wird, zu empfangen, muss sich ihm öffnen.

Dazu gehört eine entspannte Grundhaltung, eine gewisse Unaufgeregtheit. Statt sich darüber zu ärgern, dass irgendein Idiot seinen Müll auf die grüne Wiese wirft, nehme ich mir die Freiheit, mit einem kleinen Klick den Müll in einen anderen Rahmen zu stellen. Löse das Objekt aus seiner Umgebung und setze neue Bezüge, Marcel Duchamps Fountain im Hinterkopf. Und mit einem Lachen im Gesicht bin ich bereit für das, was dieser Tag noch bringen mag.

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