Asche

Die Überreste eines Feuers zeugen von Kultur. Der Mensch gilt als das einzige Tier, das es geschafft hat, das Feuer zu bändigen und sich zunutze zu machen. Feuer verspricht Wärme, Schutz und Nahrung, angefangen bei den ersten Homininen, die sich um ein Lager versammelt haben, über die vielfältige Kultivierung des heimischen Herdes mit all den Spielarten der Kulinarik bis zur mit Hingabe zelebrierten Grillsaison, die gerade wieder startet. Ohne Feuer wäre der Mensch nicht zu dem geworden, was er heute ist. Auch deshalb ranken sich zahlreiche Mythen um die Herkunft des Feuers und die Frage, ob es von den Göttern geschenkt oder ihnen hinterhältig entwendet wurde.

Die Überreste eines Feuers zeugen aber auch von Unkultur, einer Pervertierung der Kultur. Statt sich zum gemeinsamen Mahl zu treffen, setzt der Mensch das Feuer ein, um andere Menschen zu vernichten, um ganze Städte in Schutt und Asche zu legen und deren Bewohner zu töten. Das ist die Freiheit des Menschen. Sich für oder gegen das Gute zu entscheiden. Wer will man sein? Derjenige, der das Geschenk der Götter würdig weiterreicht oder derjenige, der es ihnen hinterrücks entwendet, um es für egoistische Zwecke einzusetzen?

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