
Seitdem die Pandemie die Welt erfasst hat, gleichen sich all die Kindergarten- und Grundschulfenster mehr als je zuvor. Kein Kind, das in den letzten zwei Jahren nicht dazu verdonnert wurde, seine Hoffnung sich und den anderen in Form gemalter Durchhalteversprechungen („Alles wird gut“) zu bestätigen. Mittlerweile ergänzt oder abgelöst von blau-gelben Solidaritätsbekundungen, bleibt sich die dahinter stehende Haltung gleich. Den Kindern wird nicht zugestanden, sich in je eigener Weise mit ihrem Innenleben und ihrer Umwelt auseinanderzusetzen, nicht der im Wortsinne kreative, also erschaffende, Prozess wird gefördert, sondern das uniforme Abspulen vorgegebener Hülsen erwartet. Das Einreihen in ewiggleiche Muster wird sogar noch als künstlerische Ausdrucksform gefeiert. Doch wo enden wir, wenn wir nicht lernen, eigene Ideen zu entwickeln, auszuprobieren und vielleicht auch daran zu scheitern?