Dona nobis pacem

Vor sechzig Jahren, am 30. Mai 1962, wurde in der Kathedrale von Coventry Benjamin Brittens War Requiem uraufgeführt. Im Neubau jener Kathedrale, die 1940 bei einem Bombenangriff der deutschen Luftwaffe fast vollständig zerstört worden war. Als man in den 50er Jahren daran ging, ein neues Gotteshaus zu errichten, wurden die Überreste der alten Kirche in den Entwurf integriert. Altes und Neues stehen seither untrennbar nebeneinander, die Ruine als Zeichen der Gewalt und des Krieges, der Neubau als Zeichen der Hoffnung und Versöhnung.

„Dona nobis pacem,“ erklingt die Bitte im War Requiem. Drei Worte, die auch durch die drei Zimmermannsnägel ausgedrückt werden, die zusammengefügt das Nagelkreuz von Coventry bilden. Überreste aus der zerstörten Kirche, wurden sie zu einem Symbol der Hoffnung, das in Form von Nachbildungen in die Welt hinausgetragen wurde. Ein Symbol der Hoffnung, gebaut auf Leid und Verzweiflung. Überall, wo dieses Leid heute wieder herrscht, wünsche ich den Menschen diesen Frieden und frage mich, wieso diese Hoffnung nicht ohne Tod und Zerstörung zu haben ist.

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