Schöner sehen

Beim Aufräumen auf ein altes Kaleidoskop gestoßen, versinke ich nun im Anblick sich wandelnder Muster, die mich die Welt ringsum vergessen machen. Mein menschliches Gehirn, in Jahrtausenden darauf spezialisiert, die sichtbare Welt anhand wiederkehrender optischer Reize zu kategorisieren, sucht darin Blumen oder Kristalle zu erkennen, doch will es nicht gelingen. Abgelöst von der Materie schaue ich nur noch das Eidos, reine Form, gleichsam ein Blick in die Ewigkeit.

Wäre es nicht verlockend, den Widrigkeiten des Lebens mit einem solchen kaleidoskopischen Blick zu begegnen? Damit meine ich nicht, die Augen verschließend sich in eine Traumwelt zu flüchten, sondern die Augen für das Ewige, das uns auch im Geringsten begegnen kann, zu öffnen.

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