
Der Mensch hat Angst, vergessen zu werden. Die Vorstellung, dereinst von diesem Erdboden verschwunden zu sein, ohne dass sich jemand anerkennend erinnert, bringt einem die eigene Bedeutungslosigkeit bitter zur Erkenntnis. Was ist das Leben denn wert, wenn das eigene Dasein sich so schnell verflüchtigt? Vertrauen die einen darauf, in den eigenen Kindern ein Stück weit weiterzuleben, suchen die anderen nach Ruhm als Bestätigung ihrer Existenz. Aber ist es wirklich wichtig, sichtbare Spuren zu hinterlassen? Diese Spuren sind immer auch Zerstörung des Vorhandenen: Veränderungen und Überschreibungen, im schlimmsten Fall Vernichtung. Wie viel besser wäre es, sich nicht über die Zukunft Gedanken zu machen, sondern im Hier und Jetzt zu leben, im Moment zu wirken, statt nach Unsterblichkeit zu streben. Die einzig bedeutsamen Spuren sind die Freuden, die wir in den Herzen unserer Mitmenschen zu wecken im Stande sind. Das Lächeln, das wir dem Gegenüber ins Gesicht zaubern.