
Eingetrocknete Farben, stumpfe Pinsel, verstaubte Flaschen – des Künstlers Atelier als museales Arrangement. Es ist als hätte er gerade noch gemalt, seine Palette kurz abgelegt und würde gleich wieder den Raum betreten. Man fühlt sich als Eindringling, steht es einem doch nicht zu, ihm bei der Arbeit über die Schulter zu schauen und dabei gar dem Geheimnis der Kunst auf die Spur zu kommen. Doch eines fehlt – das Kunstwerk selbst. Müsste es für einen Künstler nicht deprimierend sein, zu wissen, dass die Menschen nicht seine Bilder im Museum betrachten, sondern seine Werkstatt als Museum? Dass der Arbeitsweise das Interesse gilt, statt dem Produkt? Das raubt der Kunst den Hauch des Mysteriums und was bleibt, ist ein bitterer Geschmack von Profanität.