
Schildkröten scheinen mir ein Paradox. Hart und weich zugleich, gepanzert gegen die Umwelt und doch völlig in ihr aufgehend. Wie mag das sein? So ganz und gar von der Umgebung, der Außentemperatur abhängig zu sein? Jeden Sonnenstrahl nutzen zu müssen, um ein wenig Leben in sich zu spüren? Und sofort wieder in Starre zu verfallen, wenn die Wärme von außen fehlt? Gleichzeitig die eigene Starre gegenüber der Umwelt, den eigenen Panzer immer mit sich tragend, sich abschottend.
Manchmal wünschte ich ihn mir auch, den Panzer, der mich vor diesem Draußen da schützt. Aber dann bin ich froh, dass ich die Wärme ganz tief in mir drin spüre, sie mit mir tragen kann, auch wenn es in der Welt wieder einmal dunkel ist.