Clean & Clever
Hundekot auf Gehwegen und in Grünanlagen ist nicht nur eklig, sondern kann auch zu Infektionen führen. Daher freue ich mich über die zahlreichen Tütenspender, die meinen Spazierweg säumen. Meine Freude wäre noch größer, sähen sich die Hundebesitzer auch in der Lage, dieses kostenlose Angebot anzunehmen. Solche Tütenspender wünschte ich mir in letzter Zeit auch in anderen Situationen. Was man nicht alles darin wegpacken könnte, um … Clean & Clever weiterlesen
Blowin‘ in the Wind
Oft schaue ich in diesen Tagen in den Himmel. Und was sehe ich? Wolken, die sich manchmal bedrohlich dunkel auftürmen, manchmal einfach fröhlich vorüberziehen wie eine Herde grasender Schäfchen. Unbeeindruckt von den menschlichen Verwerfungen hier unten. Ich sehe, wie einst Noah, die Taube über den Himmel segeln, die noch keinen Platz zum Schlafen gefunden hat. Und würde ich in einer anderen Stadt leben, nur wenig … Blowin‘ in the Wind weiterlesen
Entlarvt
Manchmal kommt es vor, dass einem alle nötigen Informationen vorliegen, aber man sich dennoch eines bestimmten Zusammenhangs nicht bewusst ist. So erging es mir mit dem Wort entlarven, nie hatte ich mir Gedanken gemacht über dessen Etymologie. Die Larve als Maske, vornehmlich zum Fasching getragen, war mir wohl bekannt, doch setzte ich sie nie in Bezug zum De-maskieren, zum wörtlichen Ent-larven. Nun fallen seit einiger … Entlarvt weiterlesen
Klatschmohn
Die romantische Vorstellung von wogenden Weizenfeldern, goldgelber Weite unter blauem Himmel, in denen rote und blaue Tupfer von Klatschmohn und Kornblume lustig tänzeln, ist trügerisch und veraltet. Längst schon überholt von industrieller Effizienz und herbizidgestützter Reinheit, wie sie in den Agrarfabriken herrschen. Vielleicht trauern wir unserem naiven Bild von einer intakten Umwelt hinterher, doch jetzt könnten wir uns sogar über diese moderne Art der Feldwirtschaft … Klatschmohn weiterlesen
Graffiti
Freiheit ist bunt! In modernen Großstädten nehmen freie Menschen die Gestaltung ihrer Lebensumwelt selbst in die Hand. Frei zugängliche, öffentliche Flächen werden zu Projektionsflächen eigenen Denkens. Manchmal sind es Traumbilder, die da ihren Ausdruck finden, manchmal sind es politische Botschaften. Manchmal ist eine ganze Fläche durchkomponiert, manchmal überschneiden sich verschiedene Schriftzüge und bilden im Durch- und Übereinander eine ganz eigene Ästhetik. Wie auf diesem Brückengeländer, … Graffiti weiterlesen
Fauler Apfel
Wer keinen Apfelbaum sein Eigen nennt, kommt kaum in die Verlegenheit, Äpfel über Winter einlagern zu müssen. Verwöhnte Wohlstandskinder, die wir sind, kaufen wir unser Obst täglich frisch im Supermarkt und fragen nicht, woher es kommt. Doch unsere Ignoranz ist uns jetzt in Form eines faulen Apfels unvermittelt vor die Füße gefallen. Da liegt er nun und wir fragen uns verwundert, wie das passieren konnte. … Fauler Apfel weiterlesen
Bücher
An vielen Stellen der Wohnung stapeln sich Bücher. Bücher, die ich beiseite geräumt habe. Bücher, in denen ich gerade noch etwas nachgeschlagen habe. Bücher, von denen ich noch gar nicht weiß, dass ich sie lesen will. Eine Flut an Neuerscheinungen und Fundstücken aus Bücherschränken ergießt sich manchmal über mich und ich finde mich nicht mehr zurecht. Weit von einer Ordnung in meinen Bücherstapeln entfernt, sind … Bücher weiterlesen
Denkmäler
Jede Stadt hat sie: Denkmäler, die an große Männer, an Kriege und andere historische Begebenheiten erinnern. Meist ignoriert man die jeweiligen Anlässe, zu denen sie gestaltet wurden und nimmt sie nur noch aus einem touristischen Blickwinkel wahr. Ein Fixpunkt in der städtischen Topografie, ein leicht wiederzuerkennendes Sujet für das fotografische Gedächtnis. Von einem Denkmal wünschte ich, dass es jetzt gesehen würde. Hoch auf einer Brücke … Denkmäler weiterlesen
Objet trouvé
Die schönsten Entdeckungen macht man, wenn man nicht mit ihnen rechnet. Verbissenheit im Tun schränkt nicht nur den Blickwinkel ein, sondern lähmt auch die Kreativität. Das ist wie mit verlegten Schlüsseln – je angestrengter man danach sucht, um so mehr entziehen sie sich einem. Erst wenn man sich von der Last des Finden-Müssens befreit, gelangt man zur Freiheit des Finden-Dürfens. Diese Freiheit ist es, die … Objet trouvé weiterlesen
Leerstellen
Im Atelier die Wand, an der die Schüler arbeiten. Woche für Woche pinnt ein anderer Mensch sein Blatt daran und legt all sein Mühen und Werken hinein, seine Wünsche, seine Kreativität, vielleicht auch seinen Schmerz. Und jeder hinterlässt eine andere Leerstelle, sichtbar nur durch den übrig gebliebenen Rand. Nur an diesem Rand kann man versuchen, den Menschen dahinter zu erahnen. Die Farben, die er benutzt, … Leerstellen weiterlesen
Recycling
Wenn man es am wenigsten erwartet, treffen einen die Tücken des Alltags am härtesten. Wie soll ich nur Glas von Altglas unterscheiden? Recycling weiterlesen
Unzeitgemäß
Gerade noch zeigte mir ein Strauß frischer Tulpen das Antlitz des Frühlings. Doch schon nach wenigen Tagen neigen sich die Köpfe, erste Blütenblätter fallen, zarte Boten des Todes. Natürlich war es übereilt, sich zu diesem Zeitpunkt Blumen ins Haus stellen zu wollen. Doch manchmal muss man seiner Unvernunft Raum schenken, gegen die harte Realität des Winters aufbegehren. So konnte ich wenigstens für kurze Zeit eine … Unzeitgemäß weiterlesen