Bücher

An vielen Stellen der Wohnung stapeln sich Bücher. Bücher, die ich beiseite geräumt habe. Bücher, in denen ich gerade noch etwas nachgeschlagen habe. Bücher, von denen ich noch gar nicht weiß, dass ich sie lesen will. Eine Flut an Neuerscheinungen und Fundstücken aus Bücherschränken ergießt sich manchmal über mich und ich finde mich nicht mehr zurecht. Weit von einer Ordnung in meinen Bücherstapeln entfernt, sind … Bücher weiterlesen

Denkmäler

Jede Stadt hat sie: Denkmäler, die an große Männer, an Kriege und andere historische Begebenheiten erinnern. Meist ignoriert man die jeweiligen Anlässe, zu denen sie gestaltet wurden und nimmt sie nur noch aus einem touristischen Blickwinkel wahr. Ein Fixpunkt in der städtischen Topografie, ein leicht wiederzuerkennendes Sujet für das fotografische Gedächtnis. Von einem Denkmal wünschte ich, dass es jetzt gesehen würde. Hoch auf einer Brücke … Denkmäler weiterlesen

Objet trouvé

Die schönsten Entdeckungen macht man, wenn man nicht mit ihnen rechnet. Verbissenheit im Tun schränkt nicht nur den Blickwinkel ein, sondern lähmt auch die Kreativität. Das ist wie mit verlegten Schlüsseln – je angestrengter man danach sucht, um so mehr entziehen sie sich einem. Erst wenn man sich von der Last des Finden-Müssens befreit, gelangt man zur Freiheit des Finden-Dürfens. Diese Freiheit ist es, die … Objet trouvé weiterlesen

Leerstellen

Im Atelier die Wand, an der die Schüler arbeiten. Woche für Woche pinnt ein anderer Mensch sein Blatt daran und legt all sein Mühen und Werken hinein, seine Wünsche, seine Kreativität, vielleicht auch seinen Schmerz. Und jeder hinterlässt eine andere Leerstelle, sichtbar nur durch den übrig gebliebenen Rand. Nur an diesem Rand kann man versuchen, den Menschen dahinter zu erahnen. Die Farben, die er benutzt, … Leerstellen weiterlesen

Unzeitgemäß

Gerade noch zeigte mir ein Strauß frischer Tulpen das Antlitz des Frühlings. Doch schon nach wenigen Tagen neigen sich die Köpfe, erste Blütenblätter fallen, zarte Boten des Todes. Natürlich war es übereilt, sich zu diesem Zeitpunkt Blumen ins Haus stellen zu wollen. Doch manchmal muss man seiner Unvernunft Raum schenken, gegen die harte Realität des Winters aufbegehren. So konnte ich wenigstens für kurze Zeit eine … Unzeitgemäß weiterlesen

Im Stadtpark

Forschen Schrittes marschiert das Teichhuhn über die Wiese. Den Blick fest auf mögliche Nahrung gerichtet, achtet es nicht der Menschen im Park. Wissen Stadttiere von ihrem privilegierten Dasein? Kein Fressfeind, den sie zu fürchten hätten, sowie Futterquellen in zahlreicher Form, von mitfühlenden Menschen bereitwillig geteilt. Und dennoch, mir scheint diese Daseinsweise unpassend, unnatürlich. Ein Leben im goldenen Käfig, statt in Freiheit um seine Nahrung zu … Im Stadtpark weiterlesen

Urlaubserinnerung

Im Grau des Winters verblasst die Erinnerung an vergangene Zeiten im Süden. Da kann es nicht schaden, ab und zu die alten Skizzenbücher herauszuholen und sich zurückzuträumen in die flirrende Hitze eines italienischen Sommertages. War der Staub, der sich damals auf das Grün legte, schon ein Vorbote der Vergänglichkeit? Wir wollen ihr trotzen und möglichst lange den warmen Windhauch auf der Haut spüren – den … Urlaubserinnerung weiterlesen

Pfannenwender

Welches Bild entsteht im Kopf, hört man dieses Wort zum ersten Mal, als Kind oder als Schüler deutscher Zunge? Eine Vielzahl an Fragen zieht diese Bezeichnung Pfannen-wender nach sich. Verbirgt sich dahinter ein Gerät zum Wenden von Pfannen? So wie man eben mit einem Kartoffelschäler Kartoffeln schält oder mit dem Scheibenwischer die Scheiben wischt. Doch fragt man sich, wieso man Pfannen wendet. Und wieso braucht … Pfannenwender weiterlesen

Strohstern

Fragile Gebilde, kunstvoll zusammengefügt aus Strohschnitt und Bindfaden, schmücken jetzt wieder die Weihnachtsbäume mit zackichter Form. Sanft drehen sie sich im Aufwind warmen Kerzenlichts und bringen die heilige Nacht auf doppelte Weise uns nah. Nicht nur an den Stern über der Krippe erinnern sie uns, sondern auch an das Stroh in der Krippe, auf dem das Kind gebettet lag – verbindend das Höchste mit dem … Strohstern weiterlesen

Bascetta-Stern

Nicht nur zur Weihnachtszeit begleitet uns ein Stern, wenn er uns auch nicht leuchtet. Mittlerweile leicht angestaubt, goldfarbenes Papier und weißes Rankenmuster, mit ein wenig Geschick und Geduld vor Jahren selbst gefaltet und zusammengesetzt aus dreißig Einzelteilen. Dreißig Teile, die auf unsichtbare Weise ineinandergreifen und sich gegenseitig Halt und Stütze sind, eine neue Form im Zusammenhalt erringend. Und so leuchtet er uns nicht und weist … Bascetta-Stern weiterlesen

Schlumbergera

Rechtzeitig im November blühte mein Weihnachtskaktus, wie jedes Jahr seiner Zeit voraus, mir lange vor dem Advent die heilige Zeit ankündigend. Nun, da der Dezember voranschreitet, wirft er mir seine abgestorbenen, vertrockneten Blüten vor die Füße. Voll Ärger über die zusätzliche Arbeit beginne ich, die rot-pinken Überreste einzusammeln und blicke auf den zauberhaften Fund in meinen Händen. Mehr noch als die leuchtenden Knospen und frisch … Schlumbergera weiterlesen