Das Ein-Wesen
Tausende kleine Insekten, die alleine nicht überlebensfähig sind, bilden eine große Gemeinschaft, deren Fähigkeiten über die des Einzelnen hinausgehen. So kann ein Bienenschwarm zum Beispiel die Temperatur halten, obwohl das einzelne Tier wechselwarm ist. Der Bien ist eben mehr als die Summe seiner Teile. Wäre das für den Menschen nicht auch ein erstrebenswertes Ziel? Gemeinsam daran zu arbeiten, allen das Überleben zu ermöglichen? Ein friedliches … Das Ein-Wesen weiterlesen
Widersprüchlich
Schildkröten scheinen mir ein Paradox. Hart und weich zugleich, gepanzert gegen die Umwelt und doch völlig in ihr aufgehend. Wie mag das sein? So ganz und gar von der Umgebung, der Außentemperatur abhängig zu sein? Jeden Sonnenstrahl nutzen zu müssen, um ein wenig Leben in sich zu spüren? Und sofort wieder in Starre zu verfallen, wenn die Wärme von außen fehlt? Gleichzeitig die eigene Starre … Widersprüchlich weiterlesen
Grenzen
Täglich stößt man auf Grenzen. Sei es im Inneren, – Grenzen, die man sich selbst setzt -, oder im Draußen, – Grenzen, in die man verwiesen wird. Manchmal erscheinen sie uns notwendig, in den meisten Fällen aber doch willkürlich. Woher weiß man, wann es geboten ist, die Grenzen zu akzeptieren und wann man sie besser verschieben, vielleicht sogar überschreiten sollte? Und überhaupt, was ist eine … Grenzen weiterlesen
Geometrie
Vertikale und horizontale Linien strukturieren die Fläche, indem sie unterschiedlich großen Rechtecken Form geben. Während schmale hochrechteckige Flächen nach oben zu streben scheinen, bieten großflächige Quadrate eine beruhigende Basis. So bietet sich dem Auge eine angenehme Abwechslung zwischen dem Verharren in der Breite und dem Emporstreben in die Höhe. Vielleicht ein sinnfälliges Bild für ein gelungenes Leben? Im Ausgleich zwischen einer soliden Grundlage und dem … Geometrie weiterlesen
Rhythmus
Grünes Palmenblatt, über mir im Wind schwankend, flüstert mir ewige Wahrheiten zu. Aus der Mitte kommt alles, aus der Mitte strebt alles – hinaus in die Weite des Raumes. Greife aus, breite dich aus. Breitgefächert wirst Du die Welt in Besitz nehmen. Doch dann halte inne. Ist es nicht der umgekehrte Weg, den Du nehmen musst? Statt Dich in alle Richtungen aufzufächern und Dich zu … Rhythmus weiterlesen
Wort
In lichter Höheschwebtdie Ahnungeiner längst verhallten Predigt.Spürst Du den Hauchdes heiligen Wortes? Wort weiterlesen
Unbehaust
Unsere Bleibe – baufällig und schief, notdürftig zusammengehalten, ein Provisorium nur. Wie lange wird sie uns hier auf Erden Schutz und Unterkunft bieten können? Vergänglich wie alles Leben, sind wir nur Gast auf dieser Erde, auf der Durchreise und unbehaust, leben im Vorläufigen auf eine ewige Welt hin. Doch wie die Vögel, die sich hier eingenistet haben, wollen auch wir uns an dem erfreuen, was … Unbehaust weiterlesen
Er ist’s
Unter blauem Himmelsgewölbe zieht sich ein zartes Band weiß-rosa-violetter Farbnuancen durch die Vorgärten der Stadt. Aus der Fremde importiert sind sie uns schon so vertraut, dass sich unsere Frühlingsfreude an ihnen entzündet. Sobald die Blütenknospen sich in die Höhe strecken, überkommt mich Nervosität. Mit jedem Tag beobachte ich ihr Wachstum, im Inneren eine Spannung aufbauend, als würde gleich ihren Knospen meine Seele emporsteigen. Wie die … Er ist’s weiterlesen
Halt
Das Leben als Weg. Manchmal ein Spaziergang, manchmal vielleicht ein Hindernislauf, mitunter sogar eine steile Kletterpartie. Wenn es so weit ist, braucht man Halt. Man sollte nicht allein und ungesichert an einer Felswand hängen. Sicherlich kann man rechtzeitig seine Fingerkraft und Trittsicherheit trainieren. Doch nichts ist so gut wie ein treuer Freund, der dir Halt gibt und an den steilsten Klippen des Lebens seine schützende … Halt weiterlesen
Schein/Sein
Die Welt reduziert auf ein 6-Zoll-Display. Die Welt als zweidimensionales Bild. Die Welt durch einen Filter betrachtet. Sind wir überhaupt in der Lage zu unterscheiden, was Realität ist, was Fiktion? Oder vermischt sich in unserer Wahrnehmung die Konstruktion einer imaginierten Traumwelt mit dem Versprechen auf Erfüllung aller Sehnsüchte zu einer unauflösbaren Scheinwelt? Nur der ist gerettet, der hinter die Erscheinung blicken kann. Schein/Sein weiterlesen
Paradies
Mit den Augen in einem Meer von Blüten badend träumt es sich herrlich von verheißener Zukunft. Wünscht man sich bei diesem Anblick nicht sofort die Süße einer tiefroten Kirsche auf der Zunge, spürt man nicht den Saft über das Kinn tropfen, misst man nicht schon in Gedanken die Strecke, die der ins Blau gespuckte Stein durchläuft? Doch Halt! Das Land der Verheißung ist noch fern. … Paradies weiterlesen
Traum
Wenn die blaue in die goldene Stunde sinkt, machen wir unser Herz weit und schicken unsere Gedanken noch einmal in die Ferne bevor wir uns im Dunkel der Nacht auf uns selbst zurückziehen. Als sichtbare Inspiration bringt das himmlische Farbenspiel unsere Fantasie zum Leuchten, ein letztes Aufbäumen der Erfindungsgabe, Geschichten werden weitergesponnen, Neues erdacht. Wenn dann das letzte Sonnenlicht erloschen ist, können auch wir unseren … Traum weiterlesen