Unbehaust

Unsere Bleibe – baufällig und schief, notdürftig zusammengehalten, ein Provisorium nur. Wie lange wird sie uns hier auf Erden Schutz und Unterkunft bieten können? Vergänglich wie alles Leben, sind wir nur Gast auf dieser Erde, auf der Durchreise und unbehaust, leben im Vorläufigen auf eine ewige Welt hin. Doch wie die Vögel, die sich hier eingenistet haben, wollen auch wir uns an dem erfreuen, was … Unbehaust weiterlesen

Er ist’s

Unter blauem Himmelsgewölbe zieht sich ein zartes Band weiß-rosa-violetter Farbnuancen durch die Vorgärten der Stadt. Aus der Fremde importiert sind sie uns schon so vertraut, dass sich unsere Frühlingsfreude an ihnen entzündet. Sobald die Blütenknospen sich in die Höhe strecken, überkommt mich Nervosität. Mit jedem Tag beobachte ich ihr Wachstum, im Inneren eine Spannung aufbauend, als würde gleich ihren Knospen meine Seele emporsteigen. Wie die … Er ist’s weiterlesen

Halt

Das Leben als Weg. Manchmal ein Spaziergang, manchmal vielleicht ein Hindernislauf, mitunter sogar eine steile Kletterpartie. Wenn es so weit ist, braucht man Halt. Man sollte nicht allein und ungesichert an einer Felswand hängen. Sicherlich kann man rechtzeitig seine Fingerkraft und Trittsicherheit trainieren. Doch nichts ist so gut wie ein treuer Freund, der dir Halt gibt und an den steilsten Klippen des Lebens seine schützende … Halt weiterlesen

Schein/Sein

Die Welt reduziert auf ein 6-Zoll-Display. Die Welt als zweidimensionales Bild. Die Welt durch einen Filter betrachtet. Sind wir überhaupt in der Lage zu unterscheiden, was Realität ist, was Fiktion? Oder vermischt sich in unserer Wahrnehmung die Konstruktion einer imaginierten Traumwelt mit dem Versprechen auf Erfüllung aller Sehnsüchte zu einer unauflösbaren Scheinwelt? Nur der ist gerettet, der hinter die Erscheinung blicken kann. Schein/Sein weiterlesen

Paradies

Mit den Augen in einem Meer von Blüten badend träumt es sich herrlich von verheißener Zukunft. Wünscht man sich bei diesem Anblick nicht sofort die Süße einer tiefroten Kirsche auf der Zunge, spürt man nicht den Saft über das Kinn tropfen, misst man nicht schon in Gedanken die Strecke, die der ins Blau gespuckte Stein durchläuft? Doch Halt! Das Land der Verheißung ist noch fern. … Paradies weiterlesen

Traum

Wenn die blaue in die goldene Stunde sinkt, machen wir unser Herz weit und schicken unsere Gedanken noch einmal in die Ferne bevor wir uns im Dunkel der Nacht auf uns selbst zurückziehen. Als sichtbare Inspiration bringt das himmlische Farbenspiel unsere Fantasie zum Leuchten, ein letztes Aufbäumen der Erfindungsgabe, Geschichten werden weitergesponnen, Neues erdacht. Wenn dann das letzte Sonnenlicht erloschen ist, können auch wir unseren … Traum weiterlesen

Wort und Licht

Jede Kerze ein kleines Licht. Jedes Licht eine kleine Bitte. Gebete, die unausgesprochen bleiben und doch gesehen werden. Ein Leuchten, das gehört werden will. Wort und Licht, untrennbar verbunden. Zwei Seiten dessen, was größer ist als wir es uns denken können. Wort und Licht. Klarheit und Wärme. Erkenntnis und Erleuchtung. Wort und Licht. Wort und Licht weiterlesen

Die Welt als Vorstellung

Mein forschender Blick versucht, die Welt da draußen zu erkennen, doch etwas hält mich hier in meinem Innen gefangen. Mir ist, als ob es tausend Regentropfen gäbe und hinter tausend Tropfen keine Welt. Was ist es, was meinen Blick so trübt? Sind es nur die Regentropfen oder ist es doch die Angst, der Oberflächlichkeit der Sinneseindrücke in meinem Herzen nichts entgegenzusetzen zu haben? Die Welt als Vorstellung weiterlesen

Unglück

Große braune Augen blicken mich traurig an, am Wegesrand vergessen, verloren, verwundet. Welche Geschichte mag sich hinter diesem verlassenen Teddy verbergen? Ein Drama um Verlust mit vielen Tränen und tröstenden Worten, die dem Schmerz hoffentlich etwas entgegenzusetzen hatten. Erinnert man sich an die eigene Kindheit zurück, gibt es bei vielen wohl ähnliche Szenen, in denen der Verlust eines geliebten Gegenstandes zu schierer Verzweiflung führte. Im … Unglück weiterlesen

Wintertraum

Die Natur schläft unter einer Schicht dicken Eises ihren winterlichen Schlaf. Wovon sie wohl träumt? Das Funkeln der Eiskristalle im Sonnenlicht lässt sie, lässt auch uns hoffen auf neues Leben. Auferstehen aus der Dunkelheit der Winternacht, davon träumen auch wir. Doch noch liegt eine dichte Eisdecke über allem. Eine Decke, die alles in Nichtstun und ungestillter Erwartung einhüllt. Oder doch eine schützende Schicht, die dem … Wintertraum weiterlesen

Zauber

Einfaches Sonnenlicht, gespalten in Strahlen verschiedener Wellenlänge, malt zauberhafte Bilder an die weiße Wand. Ich wünschte mir auch diese Fähigkeit, im Einfachen die Varietät zum Vorschein zu bringen, das Alltägliche aufleuchten zu lassen und die verborgene Kraft in den Dingen sichtbar zu machen. Damit auch andere hinter das Äußere dieser Welt blicken können. Es ist die Kunst, die uns zu solchem Zauber befähigt. Sie ist … Zauber weiterlesen